Städtetest in Burg Stargard


Dritter Städtetest in Vorbereitung
Der Stargarder Behindertenverband e.V. testete Burg Stargard im Rahmen der Aktion Grundgesetz und des Europäischen Jahres der Menschen mit Behinderungen 2003 das erste Mal.
Im Jahr 2003 stand das Thema Barrierefreiheit in den Kommunen im Vordergrund der Aktionsbündnisse.
Im Jahr 2007 hatten wir erneut geprüft, was sich in Burg Stargard seit unserem ersten Test, auf dem Weg zu einer barrierefreien Kommune getan hat. Immerhin hat sich die Stadt bereits am 18.12.2002 der Erklärung von Barcelona angeschlossen und macht sich damit Schritt für Schritt auf den Weg zu einer barrierefreien Kommune.
Beschlüsse sind Voraussetzungen zum Verwaltungshandeln aber natürlich sind alle Bürgerinnen und Bürger aufgefordert mitzumachen und eine lebenswerte Stadt aktiv mitzugestalten. Das dabei eine alte Stadt durchaus auch modern und zukunftsfähig umgestaltet werden kann, dafür gibt es schon heute schöne Beispiele.
Deshalb wollen wir gerade auch im Jahr des 750 Stadtjubiläums auf das bereits Erreichte ein mal hinweisen und mit dem dritten Test eine Bestandsaufnahme machen sowie vorbildliches Engagement bei der Schaffung von Barrierefreiheit in der Stadt hervorheben und der Öffentlichkeit vorstellen.
Aus meiner Sicht hat sich die Willenserklärung der Stadtvertreterversammlung am 18.12.2002 doch gelohnt, denn schrittweise fand und findet ein Umdenken statt und es wächst die Erkenntnis, dass ein Burg Stargard ohne Barrieren durchaus für alle mehr Lebensqualität sichert.

Mit der Förderung eines Arbeitsplatzes durch den Europäischen Sozialfonds und der Bundesregierung sind wir in der Lage, den Beratungsdienst in unserem Verein in diesem Jahr zu verstärken.
Ab 01.01.09 hat Herr Hans-Jürgen Bartsch in unserem Verein eine Tätigkeit als Berater und Koordinator aufgenommen. Er wird sich besonders, um die sozialen Belange der Senioren im höheren Lebensalter und um Menschen mit Behinderungen, zur Absicherung/ Verbesserung des Wohn- und Lebensumfeldes in der Stadt und dem Amt Burg Stargard –Land, kümmern.
Wenn die Gemeinde die Bedürfnisse und Interessen der Älteren Bürger/innen angemessen berücksichtigt, sind mit dem demografischen Wandel neue Chancen für Dienstleistungen, Wirtschaft und Arbeitsmarkt in unserer 750- jährigen Stadt verbunden.
Die Gemeinde soll sich als Wohn- und Lebensort für alle Lebensalter und Lebensformen weiterentwickeln, indem Barrieren abgebaut und die soziale Infrastruktur auf die Belange von älteren und behinderten Senioren ausgerichtet wird. Dabei ergeben sich durchaus positive Effekte, wie zum Beispiel, die Erhöhung von Umsätzen nach Verbesserung der Zugänglichkeit von Geschäften und Gaststätten, die Versorgung mit Hilfsmittel durch Sanitätshäuser, der Abbau von Barrieren in Wohnungen durch Handwerker, der Neubau von barrierefreien Wohnungen im Innenstadtbereich, sowie weitere Synergieeffekte, wie speziell im Öffentlichen Personennahverkehr und zur touristischen Entwicklung durch mehr Barrierefreiheit in der Stadt Burg Stargard.
Diesen Entwicklungsprozess wollen wir mit unserem Beratungsprojekt in den nächsten Jahren aktiv unterstützen. Wir werden den dritten Städtetest in diesem Jahr durchführen und wollen erstmalig in Burg Stargard in diesem Jahr Geschäfte, Firmen und Geschäftsinhaber/innen mit einer Plakette „Burg Stargard ohne Barrieren“ auszeichnen.
Aber auch die individuelle Beratung soll nicht zu kurz kommen, denn die Anpassung der Wohnung oder die Schaffung eines barrierefreien Wohnumfeldes kann das Leben wieder einfacher machen.
Für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt und des Amtsbereiches Burg Stargard ist die Beratung kostenlos.
Wenn Sie Fragen und Probleme haben und Beratung und Unterstützung benötigen vereinbaren Sie mit Herrn Bartsch unter Tel.: (039603) 20452 ein Beratungsgespräch oder suchen ihn in unserer Kontakt- und Beratungsstelle am Walkmüllerweg 4a persönlich auf.
Wer uns unterstützen möchte Barrieren in Burg Stargard abzubauen oder weitere Informationen benötigt, um vor der eigenen Haustür oder im Haus Barrierefreiheit zu schaffen, kann sich auch unter
http://www.bhv-ev.de/cms/wm-cms,63.html einen Erhebungsbogen runter laden und ausfüllen.
P. Braun, Vorsitzender des SBV e.V., am 23.02.09

Zweiter Städtetest in Vorbereitung
Im Jahr 2007 werden wir prüfen, was sich in Burg Stargard seit unserem ersten Test, auf dem Weg zu einer barrierefreien Kommune getan hat. Immerhin hat sich die Stadt bereits am 18.12.2002 der Erklärung von Barcelona angeschlossen und wollte sich damit Schritt für Schritt auf den Weg zu einer barrierefreien Kommune machen.
Beschlüsse sind Voraussetzungen zum Handeln aber nicht immer werden Beschlüsse automatisch von den Behörden oder den Beteiligten umgesetzt. Selbst die Veröffentlichung dieses Beschlusses und die geeignete Information der Bürgerinnen und Bürger ist bisher unterblieben und Stagnation macht sich breit.
Mit dem neuen Test wollen wir eine zweite Bestandsaufnahme machen, um den "Prozess von Burg Stargard" wieder mit Leben zu erfüllen und hoffen dabei, das sich die damaligen Bedenken von Herrn Lips, "dass so eine allgemeine Willenserklärung hier in Burg Stargard keinen Sinn mache", nicht bestätigen möge.
Bis zum 5. Mai 2007, dem "Europaweiten Protestag der Menschen mit Behinderungen" werden wir unser 2. Testergebnis der Öffentlichkeit vorlegen.
P. Braun, 05.01.07
• Datei: StadtoBeschluss.pdf

Fachmann vom Verein "Ohne Barriere" e.V. testet Burg Stargard
Hier eine kurze Situationseinschränkungen zu potentiellen Barrierefreien Angebotsmöglichkeiten in Burg Stargard
( Im Ergebnis eines Besuches von W. Steinmüller vom Verein „Ohne Barrieren“ e.V. am 01. Juli 2003 in Burg Stargard. )

Wie generell bei unseren Besuchen in touristisch relevanten Orten zwecks Objekterhebung stand auch in Burg Stargard ein kurzes Konsultationsgespräch beim örtlichen Behindertenverband, sowie der Tourismusinformation am Anfang, um hier auf vorhandene Kenntnisse zurückzugreifen. In unserer durch Vorabrecherchen entstandenen Datenbank waren das Hotel Marienhof, die Burg und der Tierpark als zu überprüfende Objekte enthalten. Die Konsultation bei Herrn Braun vom Behindertenverband in Burg Stargard ergab dass neben der üblichen Kontrolle der Gesamtsituation im Ort ( allgemeine Berollbarkeit der Bürgersteige, abgesenkte Bordsteinkanten, kommunale öffentliche Behindertentoiletten, Behindertenparkplätze, ÖPNV usw. ) auch die Sommerrodelbahn und Jugendherberge überprüft werden sollte.
• Link: http://www.barrierefrei.m-vp.de/

• Datei: Test-Steinmueller_2003_Burg_Stargard.pdf

Kleiner Städtetest in Burg Stargard
Der Stargarder Behindertenverband e.V. testet Burg Stargard!
Im Rahmen der Aktion Grundgesetz und des Europäischen Jahres der Menschen mit Behinderungen 2003 steht in diesem Jahr das Thema Barrierefreiheit in den Kommunen im Vordergrund. Deshalb hat der Stargarder Behindertenverband e.V. das Paket
„Kleiner Städtetest“ bei der Aktionsmittelstelle in Bonn bestellt.

Ausgerüstet mit Messband, fünf Litfasssäulen und einer Einwegkamera haben wir den Test in Burg Stargard durchgeführt, um zu prüfen, wie barrierefrei ist denn Burg Stargard nun wirklich. Insgesamt mussten wir 40 Fragen zu vier Schwerpunktthemen beantworten.

-         Verwaltung

-         Mobilität

-         Wohnen

-         Freizeit

Alles wichtige Bereiche die sicherlich auch für Burg Stargard von Interesse sind und uns sowie den Kommunalpolitikern Hinweise geben können, welchen Stand die Kommune zur Schaffung von barrierefreien Lebensverhältnissen in der Bundesrepublik und in Mecklenburg-Vorpommern hat. Die Ergebnisse werden der Aktion Grundgesetz gemeldet und die positiven Beispiele für Zugänglichkeit wurden mit der Einwegkamera fotografiert und diese zur Auswertung zurück geschickt. Natürlich wollen wir auch vor Ort eine Auswertung vornehmen, deshalb werde ich die Ergebnisse auf unserem Forum „Burg Stargard auf dem Weg zu einer barrierefreien Kommune“ am 7. Mai den Kommunalpolitikern und Verwaltungsfachleuten vorstellen und würde mich freuen , wenn auch interessierte Bürgerinnen und Bürger um 14.00 Uhr in die Begegnungsstätte unseres Verbandes kommen.  

Nun zu einigen Erkenntnissen und Ergebnissen des Städtetest in Burg Stargard.

Die Zugänglichkeit zur Verwaltung ist teilweise auch für Rollstuhlfahrer gesichert, in der Mühlenvilla allerdings nur bis in das Erdgeschoss, wenn jemand da ist der den Treppenlift bedienen kann. Eine Behindertentoilette ist vorhanden. Nachteilig ist natürlich nicht nur für Menschen mit Handicaps, dass die Verwaltung in verschiedenen Gebäuden untergebracht ist.

Der Weg zum „Rathaus“ über die Mühlenstraße für gehbehinderte Menschen ist dagegen gefährlich.

Informationstechnik und Verarbeitung ist noch nicht ( bis heute 23.12.06 ) über eine barrierefrei Website möglich.

Die Belange von BürgerInnen mit Sinnesbehinderungen werden nicht ausreichend berücksichtigt.

Punktzahl beim Test „Verwaltung“:       4 von 10

Laut Behindertengleichstellungsgesetz sind Verkehrsanlagen und Beförderungsmittel im öffentlichen Personenverkehr barrierefrei zu gestalten.

Der Bahnhof ist mit dem Rollstuhl ( z. B. vom Markt ) nicht sicher erreichbar. Hierbei fallen als Hindernisse besonders auf:
Nicht durchgängig abgesenkte Bordsteine, schadhafte Gehwegpflasterung, keine Blindenleitstreifen, fehlende Akustikampel am Walkmüllerweg.

Falls der Bahnhof doch noch erreicht werden sollte wird der Ein- oder auch Ausstieg von den Bahnsteigen in oder aus dem Zug zum Problem und ist für Rollstuhlfahrer nur über fremde Einstiegshilfen allerdings nur mit erheblichen Einschränkungen möglich. Hier muss die beabsichtigte Fahrt mindestens 2 Tage vorher bei der Bahn aG angemeldet werden.

Der öffentliche Personennahverkehr mit Bus ist von und nach Burg Stargard in den Bereich des Amtes Stargarder Land nicht barrierefrei. Die Busunternehmen setzen keine Niederflurbusse in diesem Bereich ein, ein ebenerdiger Einstieg ist daher nicht möglich.

Punktzahl beim Test „Mobilität“:          2 von 10  

Das Wohnen ohne Barrieren wird für die Kommunen immer mehr zu einem Standortvorteil.
Hier schneidet die Stadt vergleichsweise gut ab, aber auch nur weil der Test geringe Vorgaben macht. Der Anteil von mindestens über 1% Mietwohnungen die für Rollstuhlfahrer geeignet sind und nach DIN 18025 ausgestattet sein müssen, wird gerade erreicht. Allerdings sieht sich die Wohnungsgesellschaft zur Zeit nicht in der Lage oder ist nicht Willens innerhalb eines Jahres eine barrierefreie Wohnung einem Mieter zur Verfügung zu stellen oder um und auszubauen.

Punktzahl beim Test: „Wohnen“:          5 von 10

Die Untersuchung der Barrierefreiheit von Freizeit- und Touristikeinrichtungen ist nicht ganz einfach und kann sicherlich noch auf weitere Angebote ausgeweitet werden. Wir haben uns deshalb auf die im Test vorgegebenen Fragen und aus der Sicht von Betroffenen beschränkt.  

Barrierefreiheit ist in diesem Bereich auch nicht immer eindeutig definiert und mitunter Auslegungssache. So meint die Bürgermeisterin sogar, dass der Tierpark barrierefrei zugänglich ist, weil man/frau da mit dem Kinderwagen durchkommt, zu mindestens eine interessante Testvariante.      

Punktzahl beim Test „Freizeit“: 4 von 10

Das Gesamtergebnis beim „Kleinen Städtetest“ mit 15 von 40 erreichbaren Punkten ist nicht sehr rosig und reicht bloß zum Zertifikat „kaum barrierefrei“. Dieses Ergebnis sollte uns aber nicht entmutigen etwas für die Entwicklung der Stadt zu tun, damit wir im nächsten Jahr schon ein paar Punkte zulegen können. Allerdings möchte ich all diejenigen, die in der Kommunalpolitik und Verwaltung glauben, dass sich die Barrierefreiheit der Kommune von Gesetzeswegen selbst herstellt und der Beschluss der Stadtvertretung vom 18.12.02 zur Schaffung einer barrierenfreien Kommune Burg Stargard ausreicht, auffordern, sich die Testergebnisse des Städtetestes genauer anzusehen.

P. Braun
Vorsitzender des SBV e.V.  

Barrierefreie Wohnanlage am Walkmüllerweg 4b schneidet beim Städtetest mit 15 Wohnungen nach DIN 18025  und einem barrierefreien Wohnumfeld sehr gut ab. Dieses Foto schickten wir auch zum Wettbewerb.
• Datei: erhebung.pdf
Barrierefreies Wohnhaus am Walkmüllerweg 4b

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Barrierefreies Wohnhaus am Walkmüllerweg 4b zum Vergrößern bitte hier klicken