Aktuelles aus der Verbandsarbeit


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Eine Bahn für ALLE!

Die OLA stellt die richtigen Weichen!
Heute am 19.10. sind 22 Mitglieder und Freunde des Allgemeinen Behindertenverbandes e.V. darunter 15 Mitglieder des Stargarder behindertenverbandes e.V. auf der Schiene unterwegs gewesen. Auf Einladung der OLA ( Ostseeland Verkehr GmbH ) fuhren wir von Neubrandenburg nach Güstrow und zurück, um die Niederflurfahrzeuge zu testen.
Herr Bleis, der Geschäftsführer und Herr Hänert, der Leiter des Fahrdienstes haben uns begleitet, um uns zu unterstützen und zu sehen, wie wir im Triebwagen der OLA zurecht kamen.

Alle „Testfahrer“ waren begeistert über den Komfort und den Service.
Es war wirklich ein schönes Erlebnis für mich, nach über 16 Jahren wieder einmal Bahn zu fahren und ohne Stress durch die Herbstlandschaft zu gleiten.
Trotz der vielen Probleme, die noch zu lösen sind, habe ich an diesem Tag Menschen getroffen, die Willens sind, an einer Bahn für ALLE zu bauen. Es ist wirklich an der Zeit, dass die Bundes- und Landespolitik dieses Engagement fördert und die richtigen Weichen stellt.

Um den Zug zu erreichen, mussten die Rollifahrer und Andere erst einmal mit dem Behindertenfahrdienst nach Neubrandenburg fahren. Noch immer müssen Fahrgäste mit Behinderungen über die Gleise geführt werden, um in den Zug zu kommen.
Ab 21.30 Uhr bleibt die Schranke allerdings zu.
Dieses Problem und andere Engpässe auf dem Bahnhof in Neubrandenburg werden wir bei der DB ansprechen.
Auf dem Bahnhof in Güstrow kamen wir dagegen schon gut zurecht.  

Die OLA und der ABiMV e.V. werden gemeinsam die Fahrt auswerten.
Aber schon jetzt wollen wir die Ostseeland Verkehr GmbH ermutigen nicht nach zu lassen, das Projekt „Barrierefreie Bahn“ im Unternehmen umzusetzen und konsequent moderne Niederflurfahrzeuge anzuschaffen.  

Der Allgemeine Behindertenverband in Mecklenburg Vorpommern e.V. wird dem Unternehmen als Gesprächspartner und Partner für Zielvereinbarungsverhandlungen „Barrierefreie Bahn“ in MV gerne zur Verfügung stehen.


P. Braun, 19.10.06



Sehr geehrte Mitglieder und Freunde,

es ist in Mecklenburg-Vorpommern noch immer nicht selbstverständlich, dass Menschen mit Behinderungen öffentliche Verkehrsmittel ohne Behinderungen benutzen können.
Deshalb fordert der Allgemeine Behindertenverband in Mecklenburg-Vorpommern e.V. von Politik und Verkehrsunternehmen, die Weichen für einen zukunftsfähigen öffentlichen Personenverkehr zu stellen.

Am 19.10.2006 fahren Mitglieder und Freunde unseres Verbandes 11.21 Uhr von Burg Stargard nach Neubrandenburg. Um 11.36 Uhr wird uns die Ostseeland Verkehr GmbH ( OLA ) von Neubrandenburg nach Güstrow bringen wo wir einen Ausflug in das Schloss und die Stadt unternehmen wollen.

Ich freue mich, dass unsere Mitglieder dieses Angebot annehmen und einfach einmal mit der Bahn fahren werden. Ich freue mich auf die modernen Züge der Ostseeland Verkehrs GmbH und werde nach vielen Jahren wieder einmal mit der Bahn fahren.

Eigentlich konnte ich mir ein Leben ohne Bahn gar nicht vorstellen, denn ohne Bahn ging früher gar nichts. Ob ins Kino oder in den Urlaub, ob in die Schule oder zum Studium und später dann zur Arbeit, die Bahn war täglich unverzichtbar.

Heute führt die Bahn und der Bahnhof in Burg Stargard ein Schattendasein obwohl die Bahnstrecke nach der Wende elektrifiziert wurde.
Wir wollen das Unternehmen Bahn wieder stärker ins Bewusstsein rücken und zeigen, dass eine moderne Bahn und ein moderner Bahnhof für uns wichtig und unverzichtbar ist.

Die OLA, als Verkehrsunternehmen, hat in der Vergangenheit bereits in erheblichem Umfang in moderne Niederflurfahrzeuge investiert und die Kundenbetreuung verbessert, um einen fortschrittlichen Schienenpersonennahverkehr in Mecklenburg-Vorpommern für ALLE aufzubauen. Insbesondere im Rahmen des kürzlich in Kraft getretenen  Landesbehindertengleichstellungsgesetzes für MV hat die OLA das Programm „Barrierefreie Bahn“ im Unternehmen aufgelegt.
Diese Aktivitäten werden wir als Mitglieder des Stargarder Behindertenverbandes e.V. mit einer Testfahrt unterstützen.

Sehr geehrte Mitglieder und Freunde,
am 26. September haben wir den 5. Geburtstag unseres Wohn- und Vereinshauses am Walkmüllerweg 4 gemeinsam in der Begegnungsstätte gefeiert. Als Gäste konnte ich Frau Galinsky, Herrn Schmidt, Frau Schmidt von der NEUWOBA und die Bürgermeisterin begrüßen. Frau Bredemeier hat uns herzliche Grüße überbracht und mit uns zusammen zwei gesellige Stunden verbracht.
Sie will sich nunmehr verstärkt dafür einsetzen, dass der Walkmüllerweg endlich barrierefrei ausgebaut und der kleine Park zugänglich gemacht wird.
Natürlich werden wir die Vorhaben nach Kräften unterstützen und hoffen, dass der barrierefreie Ausbau in Burg Stargard schrittweise voran geht, denn von unserem Ziel - eine Kommune für alle Lebensalter und Lebensformen – zu schaffen, werden wir nicht abrücken.
  
Sicherlich haben Sie alle in der Zeitung gelesen, dass in Neubrandenburg nunmehr der Rotstift regiert und damit die sozialen Projekte kein Geld mehr von der Stadt erhalten sollen.
Viele Vereine in der Stadt stehen damit vor dem Aus und viele Menschen verlieren ihre Arbeit andere verlieren ihren Halt.
Alle verfügbaren Mittel sollen nach dem Willen des Oberbürgermeisters für Investitionen verwendet werden, z.B. für eine Tiefgarage unter dem Marktplatz oder für den Flugplatz in Trollenhagen.
Es ist schon dramatisch was Kommunalpolitiker und Beamte alles Unternehmen, um die sozialen Verhältnisse in der Stadt zu verschärfen.  
Ich schaue deshalb mit Sorge nach Neubrandenburg, weil die Stadt alles was sie in 16 Jahren an vielfältigem soziokulturellem Leben entwickelt hat, in Kürze kaputt spart.
Und dies kann uns ja nicht kalt lassen, denn Neubrandenburg wird nach der Verwaltungs-reform wieder als unsere Große Kreisstadt auch auf unser Verwaltung einwirken.
Vom negativen Beispiel für den Landkreis Mecklenburg-Strelitz und die Stadt Burg Stargard bereits heute einmal abgesehen.

Auf der letzten Landtagssitzung hat das Parlament endlich einem Landesbehindertengleichstellungsgesetz ( LBGG M-V ) zugestimmt. Nach über 4 Jahren intensiver Diskussionen liegt nunmehr ein Landesbehindertengleichstellungsgesetz vor, was meinen Erwartungen an ein demokratisches Gesetz und ein demokratisches Gesetzgebungsverfahren nicht standhält. Unsere Kritikpunkte, welche wir im Beteiligungsverfahren hervorgebracht haben stehen für uns nach wie vor auf der Tagesordnung. Dass wir, der ABiMV e.V., die Umsetzung des LBGG M-V weiterhin kritisch begleiten werden entspricht unserem Selbstwertgefühl eine von Parteien unabhängige Interessenvertretung auch in schwierigen Zeiten zu organisieren und durchzuhalten.

Jedenfalls hat es trotz des neuen Landesbehindertengleichstellungsgesetzes in Mecklenburg-Vorpommern Behinderungen bei der Wahl gegeben. Kaum zu glauben aber auch ich kam am 17. September nicht in mein Wahllokal.
Die zwei Freitreppen in der Grundschule „Kletterrose“ waren für viele Wählerinnen und Wähler ein echtes Hindernis.
Der Schlüssel für den Seiteneingang musste erst heran geschafft werden und nach zwei Stunden konnte ich über den Sportraum ins Wahllokal.
Neben der zusätzlichen Zeit und Anstrengung hat mich allerdings am meisten geärgert, dass es sogar Wahlhelfer gab die grummelten, Herr Braun sie hätten doch Briefwahl machen können!
Jedenfalls habe ich, wie die meisten unserer Mitglieder, alles versucht an der Wahl teilzunehmen und meine Stimme in die Waagschale zu legen, damit wir in Mecklenburg-Vorpommern eine bessere Regierung bekommen.

Im Verein werden wir auch zukünftig auf die eigenen Kräfte und auf das ehrenamtliche Engagement setzen müssen, für Selbstbestimmung und Würde

Peter Braun, Vorsitzender
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